Annika Eriksson: Eine Probe
Die Arbeiten von Annika Eriksson (*1956 in Malmö, lebt in Berlin) entstehen unter Beteiligung von Personen oder Gruppen, denen sie die Möglichkeit zur Selbstpräsentation anbietet. Dabei handelt es sich beispielsweise um kleine Theateraufführungen, kurze Musikdarbietungen, um Schilderungen der eigenen Arbeit, oder einfach um die Vorstellung der eigenen Person mittels Namen und Beruf. Vor laufender Kamera werden die Präsentationen gefilmt und anschließend als Video gezeigt.
Allen Präsentationen liegt ein Konzept zugrunde, das die Form und den Inhalt der Präsentation festlegt. Gleichzeitig ermöglicht dieses jedoch ganz bewusst einen Freiraum, der den Akteuren überlassen wird. Beispielsweise lud Annika Eriksson verschiedene Orchester ein, den Song »Sour Time« von der Popgruppe Portishead in einer freien Interpretation zu spielen. Da niemand von ihnen vorher Popmusik spielte, bedeutete die Aufgabe für sie ein Angebot, kreativ und radikal mit der Herausforderung umzugehen. In allen ihren Projekten thematisiert Annika Eriksson die Frage nach den Möglichkeiten von authentischer Selbstdarstellung in einem festgelegten Rahmen. Für den Kunstverein Langenhagen inszeniert die Künstlerin während der Ausstellungseröffnung eine Situation, in der ausgewählte Personen vor der Kamera eine Aufführung proben. Dabei können sie von den Besuchern beobachtet werden.
Für den Kunstverein Langenhagen inszeniert die Künstlerin während der Ausstellungseröffnung eine Situation, in der ausgewählte Personen vor der Kamera eine Aufführung proben. Dabei können sie während des gesamten Abends von den Besuchern beobachtet werden. Um was es sich bei der Präsentation handelt, erfahren die Akteure erst kurz vor der "Probe". Fünf Personen wurden für die "Probe" eingeladen: Anja Günther, Horst Hartwig und Martin Hohmann, die bereits umfangreiche gemeinsame Erfahrungen als Amateurschauspieler haben sowie Markus Olbrich und Berndt von Stieglitz, die keinerlei Erfahrungen als Schauspieler haben.
Der Text wird zwar vorgegeben, die individuelle Interpretation wird jedoch den Akteuren überlassen. Dabei lernt sich die Gruppe zunächst erst einmal kennen, sie verständigen sich über den Inhalt der Textvorlage und einigt sich auf die Verteilung der unterschiedlichen Rollen.