aroundabout Jack Jaeger
Jack Jaeger (1937-2013) begann “Kunstdinge” zu machen, wie er in einem seiner wenigen Kommentare schrieb, nachdem er bereits seine Karriere als Cutter, Kameramann, Produzent und Regisseur von Commercials, Fernsehproduktionen und Spielfilmen hinter sich gelassen hatte. Sein künstlerischen Schaffen beginnt um 1978, “während des Nachdenkens über Fotografie und den dann aktuellen Diskurs mit Susan Sontag und Roland Barthes.“
Jaegers Arbeit ist eine spielerische Untersuchung des Wesens der Fotografie. Seine Techniken und die Wahl der Materialien sind abgekoppelt von künstlerischer Virtuosität. Er nutzte gewöhnliche, wenig heldenhafte Objekte, gefunden in seiner alltäglichen Umgebung, oder farbige Oberflächen, die er fotografierte und zu Assemblagen verarbeitete. Diese Objekte referieren ebenso auf sich selbst wie auch auf die Doppeldeutigkeit und Illusion des fotografierten Bildes. Er behandelte seine gemachten Fotografien regelmäßig als Objekte, indem er sie als sich wiederholende Elemente einsetzte und sie in verschiedenen Positionen und Zusammenhängen formte. Oft waren seine Werke durch Bolzen, Schrauben und Muttern oder Kabel zusammengefügt, eine bewusste Ergänzung visueller Elemente.
Neben seinen künstlerischen Aktivitäten arbeitete er als Kurator und Redakteur. Sein Netzwerk von Interessen und Kontakten war weit gespannt. Zusammen mit seiner Partnerin, der Künstlerin Lily van der Stokker, reiste er viel und war bei vielen Ausstellungen und Veranstaltungen präsent. Als Kurator war er angetrieben von seiner Neugier für neue Entwicklungen, nicht durch den Wunsch zu theoretisieren oder Trends anzuzeigen. Seine bahnbrechenden und eigenwilligen Ausstellungen bewegten sich um das Medium der Fotografie oder fokussierten sich auf das Werk von Künstlern, die ihre Arbeit nicht auf die bildende Kunst beschränkten.
Trotz seiner kuratorischen Abneigung für Konventionen war er sehr gut informiert und stellte oft Arbeiten von später sehr bekannten Künstlern wie Elke Krystufek, Wolfgang Tillmanns, Jeremy Deller und Philippe Parreno vor. Beispiele schließen ein: Mechanical reproduction mit den Künstlern Sylvie Fleury, Henry Bond und Liam Gillick (Galerie van Gelder, Amsterdam, 1994); Please don’t hurt me, eine Ausstellung über Gewalt, mit Arbeiten von Krystufek, Van der Stokker und Bob Flanagan (Gallery Snoei, Rotterdam und Cabinet Gallery, London, 1994); oder Bring your own walkman mit Arbeiten und Performances von Künstlern wie Martin Creed, Bob & Roberta Smith und The Red Krayola (W139, Amsterdam, 1997). Neben seinen Aktivitäten als Künstler und Kurator brachte er eine umfangreiche Sammlung von Fotografien zusammen, die von späten 19. Jahrhundert bis in die Neuzeit datieren und als eine Repräsentation seiner Art des Sehens betrachtet werden können. In den neunziger Jahren war Jaeger auch ein aktiver Reporter des Zapp Magazins, eines wegweisenden Kunstmagazins auf VHS.
Während er seine Arbeit und seine Beschäftigungen sehr ernst nahm, formen seine Objekte und Projekte einen Gegensatz für Praktiken, die sich selbst große Bedeutung zuschreiben. Seine Assemblagen sind großzügige Objekte, die einen Dialog zwischen bewegtem und unbewegtem Bild, Modernismus und den Werken anderer Künstler zu initiieren versuchen. Auch wenn sein spätes Werk, das hauptsächlich die Form von Lampen annahm, wortwörtlich und bildhaft das Wesen der Fotografie erhellt und beleuchtet, ist Jaegers Oeuvre nicht allzu öffentlich. Er stellte verhältnismäßig wenig aus und nicht vielen waren seine Aktivitäten als Künstler bewusst. In seiner Ausstellung im Kunstverein Langenhagen, die zusammen mit Mieke van Schaijk entwickelt wird, formen Jaegers Arbeiten den Kern der Präsentation, zu denen einige Arbeiten von gleichgesinnten Künstlern als 'Konversationspartner' hinzugefügt werden, unter diesen Anne Collier, Wjm Kok, Rachel Harrison, Aloïs Godinat, Anne Daems, B. Wurtz, Steel Stillman, Michaela Meise und Wolfgang Tillmans.
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