Block I
Kunstraum in der Katastrophe
14 Uhr
Gespräch frustrated directors mit Annette Hans (GAK), Birte Heier & Sebastian Stein (KVL) plus 1 director tba
Es ist nicht immer alles so rosig wie es scheint. Deshalb sprechen wir über Schwierigkeiten, Zwänge, ständige Überarbeitung, Motivation, warum wir trotzdem (noch) weitermachen und mehr.
16 Uhr
Sticky care und curating mit Bettina Knaup
Ich möchte mit dem Begriff des sticky curating über eine kuratorische Praxis spekulieren, die sich um klebrige, poröse Undinglichkeiten in einer nichtlinearen Zeitlichkeit kümmert. Ich habe dieses Verständnis in enger Auseinandersetzung mit Künstlerinnen entwickelt, die eine Intimität und Nähe zum Verworfenen und insbesondere auch zu Müll suchen sowie mit feministischen Diskursen über Sorgearbeit und Materialität. Ausgehend von dem materiellen Wissen, das diese Künstlerinnen entwickeln, experimentiere ich mit korrespondierenden kuratorischen Methoden, die sich vom Produktivismus oder auch von beschleunigten Rhythmen des Kunstbetriebs abwenden, und auch den Überresten, Lücken, Brüchen künstlerischer Prozesse oder auch dem Unrealisierbaren widmen.
18 Uhr
Gespräch mit b_books
Mitten in Deutschland Kunst zu machen – wir in b_books oder der Kunstverein in Langenhagen – ist erst einmal ein Hinweis darauf, den Katastrophen der Gegenwart gerade nicht unmittelbar ausgesetzt zu sein. Menschen leben ihr Leben weiter und „leisten es sich“ auch Tätigkeiten nachzugehen, die nicht profitabel sind – Prekarisierung und Kommerzialisierungs- oder Professionalisierungszwängen zum Trotz. Vielleicht noch. Das Katastrophale ist aber dennoch da: der Krieg in der Ukraine, das Klima, die Folgen des Grenzregimes im Mittelmeer. Und auch, wie zuletzt, Corona. Die Welt teilt sich bei Katastrophen häufig auf, in diejenigen Teile, die ihr direkt ausgesetzt sind und deren gewohntes Leben dadurch ausgesetzt wird und diejenigen, die dem aus vermeintlich sicherer Entfernung zu sehen. Corona hat für viele beides ineins fallen lassen - wenn auch oftmals mit dem Privileg, aus dem geschützten Zuhause der eigenen Aussetzung zuzuschauen. Von dieser Erfahrung aus, ihrer Gemeinsamkeit, benötigen wir neue Umgangsweisen mit gouvernementalen Steuerungen, daily routines und Accessoires, aus denen der Zusammenhang von Katastrophen und Politik besteht.
Während den Veranstaltungen und am Ende des Tages stellen wir zu essen und zu trinken bereit und freuen uns über kleine Spenden.