KroOt
KroOt Juurak
Auf Einladung des Kunstvereins Langenhagen übernimmt die estnische Künstlerin KroOt Juurak (Tallinn, 1981) sowohl Raum als auch Kontext eben dieser Kunstinstitution. Anstatt mit Objekten zu vermitteln, arbeitet sie mit anderen Formen der Transmission: Sie kommuniziert durch und mit Bewegungen, Sprache(n), Stimmungen, Missverständnissen, Annahmen oder physischen Empfindungen. Ihre Arbeit ist ephemer und stimuliert oftmals andere Sinne als den visuellen. Dennoch ist ihre Arbeit sehr kommunikativ. Sie hinterfragt und fokussiert oft auf Klischees und Erwartungen innerhalb alltäglicher Kommunikation. Eine der Kernfragen, auf der ihre Arbeit fußt, ist: Was vermittelt man (als Künstler) und für wen?
Während des Ausstellungszeitraums ändert KroOt Juurak ihren Namen zu KroOt. Mit diesem Akt wird ihr Name zu einem Ort, der an andere Künstler vermietet wird, von denen einige KroOt als Plattform benutzen werden, zu performen. Als KroOt Juurak 2014 das V NU Performance Festival kuratierte, schrieb sie, dass ein Teil von ihr sich, wenn sie eine Arbeit sehr wertschätzt, vorstellt, dass diese von ihr selbst sei. Das ist exakt das, was durch die Änderung ihres Namens und die Inanspruchnahme desselben durch andere "Nutzer" passiert - ein Akt, der gleichermaßen danach fragt, wer produziert und wer konsumiert.
Die Ausstellung zeigt Performances die nicht wirklich Performances sind, Künstler, die Künstler oder auch keine Künstler sein können und Performer, die performen oder dies auch eben nicht tun. Es gibt nicht viele Momente, in denen man "sich setzen und zuschauen" kann - weil die Performances auch die Formen von Workshops, Stimmungen, Konversationen oder einer Bewegung annehmen werden. Jedes der Werke könnte die komplette Ausstellung repräsentieren. In anderen Worten: die Ausstellung besteht nicht aus Werken, sie ist in jedem Werk.
Neben einer Anzahl von temporären Veranstaltungen, die im weiteren Verlauf in detaillierter beschrieben werden, wird Ihr Besuch der Ausstellung durch einen Audio-Guide und eine externe Stimmung begleitet, damit wird die Ausstellung als eine andauernde Performance adressiert.
Ein Audio-Guide ist ein bekanntes Instrument, welches in Kunstinstitutionen benutzt wird, um Besuchern zusätzliche Informationen über die ausgestellten Werke zu vermitteln. In KroOt wird der durch den Audio-Guide geführte Besucher zum Protagonist in einer nonvisuellen "Ausstellung". Bad Mood, außerdem während des Ausstellungszeitraum zu erleben, wird sich selbst durch Besitzergreifung der Mitarbeiter des Kunstvereins darstellen und damit jeden Besucher mit beeinflussen.
Kroot Juurak, (geb. 1981, Tallinn), ist eine Choreografin und Performance-Künstlerin, deren Arbeit, die aus Performances, Präsentationen, Texten, Workshops und Stimmungsänderungen besteht, die Grenzen zwischen Performance und Choreografie angreift. Sie graduierte 2003 in Tanz und Choreografie am ArtEZ, Arnhem und erhielt einen MA in Freier Kunst am Sandberg Institute, Amsterdam. Sie zeigte ihre Arbeiten in einer Vielzahl von Formen, unter Ander an folgenden Orten: Tallinn Art Hall (2017), International Figurentheater Festival Erlangen (2015), Stromereien Festival, Zürich (2014), Tanzquartier Wien (2013), Ellen de Bruijne Projects, Amsterdam (2013), Venice Biennale “oO” Pavillion (2013), Mindaugas Triennial, Contemporary Art Center, Vilnius (2012), ImPulsTanz, Wien (2012), de Appel Art Centre, Amsterdam (2012), Super deLuxe, Tokyo (2011), Künstlerhaus Büchsenhausen, Innsbruck (2010) und deSingel, Antwerpen (2008).