Vor-Verhandlungen #2 mit Beatrice von Bismarck: Transposition - Verhandlung im Kuratorischen
In der zweiten Ausgabe der Serie Vor-Verhandlungen zur Theorie und Praxis von Kunst und ihrer Vermittlung hält die Kunsthistorikerin Beatrice von Bismarck einen Vortrag mit dem Titel Transposition. Die Veranstaltung findet im Garten des Kunstvereins statt.
Transposition - Verhandlung im Kuratorischen
Alle an einer kuratorischen Konstellation Beteiligten sind in Umsetzungsakte eingebunden, die, ganz allgemein gesprochen, mit dem Wechsel relativer Verortung einhergehen. Menschliche und nicht-menschliche Akteure erfahren Verlagerungen, von einem Ort, einer Zeit, von einem sozialen, ästhetischen, ökonomischen, kulturellen oder diskursiven Zusammenhang zu einem anderen. Der Wechsel zwischen Medien, Sprachen, Disziplinen und Kulturen ist in die Geschichte der Mitwirkenden fortan eingeschrieben, Verwandlungen von professionellen Rollen oder gesellschaftlicher Stellung, von Funktion und Status gehören zu den für die Mitwirkung notwendigen Erfahrungen. Diese Prozesse der Transposition, - der spezifischen Positionierung als Ergebnis von Bewegung, - sind die Voraussetzung für die kritische Auseinandersetzung mit bestehenden Grenzziehungen und Differenzierungen, Status, Hierarchie und Abhängigkeiten der menschlichen und nicht-menschlichen Mitwirkenden im Kuratorischen. Der Beitrag umkreist dieses Potential am Beispiel verschiedener zusammenwirkender künstlerischer und kuratorischer Positionen.
Die Vortrags- und Diskussionsserie Vor-Verhandlungen will Zugänge auf die Geschichten, Kontexte und Diskurse, die für einen Austausch über Kunst und ihre Vermittlung eine Rolle spielen anbieten. Der von uns verwendete Begriff "Verhandlung“ geht davon aus, dass Kunst und ihre Präsentation eine Aufforderung beinhalten, sich über das Gezeigte, Inszenierte und Aufgeführte auszutauschen, vielleicht sogar zu streiten. Perspektiven aus Ästhetik, Kunstwissenschaft, Kunstgeschichte, Politik und Philosophie bieten dabei Ansatzpunkte für eine Vertiefung solcher Verhandlungen.
Die Veranstaltung wird freundlich von der VGH Stiftung gefördert.